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Uncharted: The Lost Legacy

75 Wertung
Gameplay: 7/10
Grafik: 9/10
Sound: 8/10
Steuerung: 8/10

Chloe vom Charakter her interessant | gut geschriebene Dialoge | indische Mythologie unverbraucht

ĂĽberhaupt keine Neuerungen | Chloe spielt sich exakt wie Nathan | Story sehr vorhersehbar | einige Umgebungen aus Uncharted 4 recycelt

Mehr als ein Jahr nach Uncharted 4 liefert Naughty Dog mit der Erweiterung The Lost Legacy nochmal Stoff zur Uncharted-Serie. Ist es diesmal wirklich das letzte Mal? Angeblich schon, aber man weiß es nicht so wirklich. In Uncharted: The Lost Legacy steuert ihr Chloe Frazer, die Fans noch aus den vorherigen Spielen kennen müssten. Dort half sie Nathan Drake bei seinen Abenteuern und hatte nebenbei auch ein Techtelmechtel mit ihm. Begleitet wird sie nun von Nadine Ross, die aus Uncharted 4 bekannt ist und dort noch zu den „Bösen“ gehörte. Kann diese Kombination funktionieren? Ist ein Uncharted ohne Nathan überhaupt möglich?

Jein. Einen Großteil des Reizes der Uncharted-Serie hat immer schon Nathan Drake ausgemacht. Klar, er war ja auch der Hauptprotagonist. Seine Abwesenheit ist also deutlich spürbar in The Lost Legacy. Dieses spielt nach den Handlungen von Uncharted 4 und dessen Story ist in keinster Weise mit dem Hauptspiel verbunden. Chloe Frazer, Schatzjägerin, sieht sich gezwungen mit Nadine Ross zusammenzuarbeiten, um ein Artefakt zu finden: den Stoßzahn von Ganesha. Wie dieser Name schon vermuten lässt, findet die Story diesmal in Indien statt und handelt von indischer Mythologie. Ganz nebenbei ist Chloe zur Hälfte Inderin und ihr Vater war Archäologe, der sein Leben lang nach dem Stoßzahn gesucht hatte. Sie hat also auch private Gründe, den Schatz zu finden. Der Bösewicht ist diesmal ein Warlord namens Asav, der den Schatz finden und verkaufen will, um seinen Bürgerkrieg zu finanzieren. Eine typische vorhersehbare Uncharted-Story also, nur runtergedampft auf acht Stunden.

Das Gameplay ist exakt wie in Uncharted 4. Das heißt, es funktioniert und der Spieler findet sich schnell zurecht. Das heißt aber auch, dass wir alles schon gesehen haben. Wirklich alles. Einen großen Teil des Spiels verbringt ihr z. B. damit, mit dem Geländewagen durch eine offene Spielwelt in der indischen Region Westghats zu fahren und Hinweise zu sammeln. Natürlich darf auch das obligatorische Geballer nicht fehlen, wenn sich Gegner in die Nähe von Chloe und Nadine verirren. Erinnert ihr euch ans Madagascar-Kapitel aus dem Hauptspiel? Genau so spielt sich es sich und genau so sieht es sogar aus. Ohne die indischen Statuen hätte ich gedacht, wieder auf Madagascar zu sein. Nur ist Westghats noch größer und damit viel unübersichtlicher als Madagascar, das gerade noch überschaubar genug war, um den Spielfluss nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Hier waren die Entwickler also etwas faul.

Nadine Ross konnte ich in Uncharted 4 überhaupt nicht leiden, hier ist sie schon etwas erträglicher. Dennoch bin ich immer noch nicht wirklich mit ihr warmgeworden. Chloe ist da schon unterhaltsamer, sie ist ja schließlich so etwas wie eine weibliche Version von Nathan Drake, inklusive sorgloser und halsbrecherischer „wird schon passen“-Einstellung. Und weil es Uncharted ist, „passt“ es tatsächlich immer. Wie schon Nathan und Sam Drake schafft es auch Chloe, jeden zweiten Felsvorsprung abzubrechen und „überraschend“ jeden Boden einstürzen zu lassen, den sie betritt. Nur um danach einen Witz zu machen, weil sie natürlich trotz 20-Meter-Sturz völlig unverletzt ist oder sich gerade noch irgendwo festhalten konnte. Gerade bei The Lost Legacy mit einer neuen Protagonistin hätten die Entwickler die Chance gehabt, endlich einen anderen Weg zu gehen. Chloe ist als Frau schließlich leichter und zierlicher als Nate und Sam, und dürfte nicht wie eine Abrissbirne alles in ihrem Weg zerstören. Der Gag ist nämlich nach vier Spielen endgültig ausgelutscht.

Fazit

Uncharted: The Lost Legacy ist hauptsächlich Geschmackssache. Wer schon immer mehr über Chloe und Nadine wissen wollte (oder Chloe selbst steuern wollte), wird hier voll bedient. Die Dialoge zwischen den beiden sind gut geschrieben und trotz Nathans Abwesenheit kommt auch der Humor nicht zu kurz. Es gibt auch einige ruhige Momente, in denen die Charaktere atmen können und es etwas emotionaler zugeht. Wem Chloe und Nadine aber egal sind und wer der Meinung ist, dass ein Uncharted ohne Nathan kein Uncharted ist, wird nicht viel mit der Erweiterung anfangen können. Das Gameplay ist exakt wie in Uncharted 4, die Story ist typisch klischeehaft für die Serie und Bauwerke brechen immer noch ständig ein. Insgesamt ein solider, endgültiger (?) Abschluss der Serie

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