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F1 2014

79 Wertung
Gameplay: 8/10
Grafik: 8/10
Sound: 6/10
Steuerung: 8/10

Alle offiziellen Strecken & Fahre | umfangreiche Karriere | schöne Grafik | offizielles Regelwerk | ordentliches Gameplay | intelligentere KI

keine neuen Spielmodi | kaum Veränderung im Gameplay | sterile Atmosphäre | zu wenig nennenswerten Änderungen | grausamer Sound der Boliden |mehr eine Legacy-Edition, als eine Vollversion

Als Codemasters 2010 ein neues F1 Rennspiel herausgebracht hat, war ich völlig aus dem Häuschen. Nach 4 Jahren Abstinenz wurde mein Motorsport endlich wieder auf eine Konsole gebracht – und das sehr stark. Seit dem bin ich jedes Jahr dabei, doch es gab einige Auf und Abs. Nachdem F1 2013 mich nicht vollends überzeugt hat, hoffe ich, dass sein Nachfolger dieses Jahr auch spielerische und technische Neuerungen mit sich bringt. Ob dies gelingt und ob das Spiel zu empfehlen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Spielmodi – Wieder keine Veränderungen?

Voller Vorfreude wird das Spiel gestartet, um dann doch direkt enttäuscht zu werden. Denn wirklich neue Spielmodi sind leider nicht vorhanden. So findet der Young Drivers Test wieder seinen Weg ins Spiel, der zum Finden des passenden Schwierigkeitsgrads entwickelt wurde. Allerdings ist dieser nicht mehr umfangreich, sondern beinhaltet lediglich eine einzelne Runde. Es gibt wie auch beim Vorgänger Saisons auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die aus zehn Rennen besteht und man sich durch das Besiegen von Rivalen zu anderen Teams hocharbeiten kann und auch wieder eine Karriere. Neu ist, dass man hier zwischen einer kurzen, mittellangen oder langen Karriere wählen kann. Ansonsten bleibt es beim Alten: Man bekommt Vertragsangebote, muss seinen Teamkollegen und später Rivalen schlagen und kann als erster Fahrer auch an der Entwicklung des Autos mitarbeiten. Ist zwar alles nett – aber das kennen wir mittlerweile alles schon.

Auch das Zeitfahren und die Zeitfahr-Attacke, bei der man eine bestimmte Rundenzeit knacken muss, ist unverändert. Leider stehen bei der Zeitfahr-Attacke nur sechs Strecken zur Auswahl, wo wir uns gerne mehr gewünscht hätten. Beim Szenario-Modus gibt es immerhin einige neue zur Auswahl, die in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt sind. Beispielsweise muss man auf Intermediates im strömendem Regen den ersten Platz über mehrere Runden ins Ziel bringen. Auch wenn diese teils einfallsreich sind, so ist es schade, dass es keine „echten“ Szenarien mehr gibt, also Szenarien, die in der Formel 1 auch tatsächlich so passiert sind. Zu guter Letzt gibt es auch wieder den klassischen Grand Prix-Modus, bei dem man alles individuell einstellen kann sowie einen Splitscreen-Modus, bei dem es wieder keine Weltmeisterschaften gibt – Schade! Online hingegen gibt es diese beiden Optionen auch und hier kann man eine Koop-WM fahren, immerhin funktioniert der Online-Modus ohne große Probleme. Insgesamt sind die Spielmodi aber ernüchternd.

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 Aufmachung

Startet man das Spiel, müssen die Spieldaten zunächst installiert werden, was aber nur ca. fünf Minuten in Anspruch nimmt. Die Ladezeiten sind trotzdem ziemlich lang, was wir ein wenig schade finden, da es denn Rennrhythmus doch ziemlich stört. Ist dies aber geschafft gibt es wie jedes Jahr ein nettes Intro-Video und man wird direkt von einer angenehmen Stimme begrüßt. Diese zieht sich durch das gesamte Spiel: Man bekommt einzelne Funktionen erklärt, Spielmodi werden erläutert und Tipps gegeben. Zudem ist auch wieder der Renningenieur beim Spielen mit Anweisungen sehr hilfreich, zumal er auch ein paar neue Sprüche auf Lager hat. Die Menüführung ist dazu angenehm und übersichtlich, man kann die Steuerung individuell anpassen und auch Hilfen hin zuschalten, wie man möchte. Insgesamt sehr benutzerfreundlich gestaltet.

Das Gameplay

Ich bin ehrlich: Ich sehe keine Veränderung. Die Fahrphysik ist trotz der neuen Motoren kaum verändert, DRS kann weiterhin benutzt werden und man hat im Spiel taktische Möglichkeiten mit den Bremsen, Benzin und Reifen zu spielen. Auswirken tut sich das Ganze aber nicht wirklich aufs Gameplay, zumal mit dem Wegfall von KERS eine wichtige taktische Komponente aus dem Spiel fällt und damit das Gameplay eigentlich sogar schlechter macht. Aber hier kann man Codemasters keinen Vorwurf machen, denn sie halten sich dabei an die offiziellen Änderungen. Immerhin kann man wieder 100% Rennen fahren, also über die volle Distanz gehen. In der Karriere sind es mindestens 25%, ansonsten kann man auch kürzere Distanzen wählen. Das Safety-Car ist ebenfalls wieder vorhanden, stört aber mehr, als das es hilfreich ist. Wenn man bei einem 15 Runden-Rennen drei volle Runden hinter dem Safety-Car gurken muss, nur damit es kurz drauf wieder einen Unfall gibt, so ist dies deprimierend. Schade ist auch, dass es nur noch eine Trainingseinheit in der Karriere gibt, das Qualifying ist zum Glück unangetastet. Insgesamt gesehen ist das Gameplay aber trotzdem sehr gut, es fühlt sich realistisch an und auch bei veränderten Bedingungen oder Beschädigungen spürt man einen deutlichen Unterschied. Vor allem im Gischt des Vorfahrers im Regen fühlt man sich wie ein richtiger Rennfahrer. Anzumerken ist zudem noch, dass die KI intelligenter agiert und realistischer fährt.

Lizenzen & Umfang

Auch dieses Jahr ist wieder das volle Lizenz-Paket vorhanden: Alle offiziellen Fahrer, alle offiziellen Strecken – inklusive den Neuen in Sotchi und Spielberg – sowie auch alle offiziellen Teams sind vorhanden. Die Veränderungen im Reglement wurden beachtet: KERS wurde gestrichen, der achte Gang eingeführt und beispielsweise die Getriebeübersetzung darf nicht mehr verändert werden. Immerhin hier macht Codemasters einen guten Job: Es wurden sämtliche Änderungen aus der echten Formel 1 übertragen und gut umgesetzt – Schade nur, dass diese Änderungen größtenteils kompletter Schwachsinn sind, doch dafür kann Codemasters schließlich nichts.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Grafisch gibt es an dem Spiel nichts auszusetzen, auch wenn es exakt so aussieht wie im Vorgänger. Die Wagen wurden allesamt neu modelliert und auch die neuen Strecken können sich sehen lassen. Dass dabei die Grenzen der PS3 voll ausgenutzt werden ist klar, dies spiegelt sich leider auch in den langen Ladezeiten wieder. Schade hingegen ist, dass die Fahrer wieder nicht nachmodelliert wurden, man abseits der Helme also kein Gesicht zu sehen bekommt, dass man wieder nur im Parc Fermé die immer gleiche Sequenz zu sehen bekommt und auch die Animationen in der Box immer gleich sind. Entweder Jubel oder Trauer, aber keine Individualisierung. Dies trägt leider nicht zur Atmosphäre bei, da es auch keine Siegerehrungen, Pressekonferenzen oder sonstiges gibt. Der Menüsound ist ordentlich, die Stimme des Ingenieurs angenehm und der Sound der Boliden realistisch. Ich schreibe extra nicht gut, da sich diese neuen Motoren einfach nur grässlich anhören, aber ich betone gerne wieder: Dafür kann Codemasters ja nichts. Rennfeeling kommt trotzdem auf und wenn ich dann meine 70-80 Runden in Monaco drehe fühle ich mich auch wie ein echter Rennfahrer – und darauf kommt es an.

Was fehlt?

Ich nehme dies jetzt einfach mal als Extra-Punkt auf, da es doch einiges gibt, was es zu verbessern gibt bzw. was schon einmal vorhanden war. Da das Spiel im Frühjahr nächsten Jahres für die Next-Gen Konsolen mit neuer Grafik-Engine herauskommt, so sind die folgenden Dinge auch Ansprüche für die neue Version. Zunächst ist der Karriere-Modus gut gestaltet, man sollte aber die Möglichkeit haben, selbst eine Distanz auszuwählen und nicht die 25% Pflicht aufgedrückt zu bekommen. In der Zeitfahr-Attacke wünsche ich mir mehr Strecken, die Szenarien sollten sich an echte Ereignisse orientieren und es sollte auch neue, andere Herausforderungen geben. Im Splitscreen-Modus die Koop-WM einzuführen ist seit Jahren eine so simple Sache, auf die ich vergebens warte. Der Classic-Modus wurde einfach wieder abgeschafft – warum? Zudem sollte es für die Atmosphäre um den Zirkus herum mehr Möglichkeiten geben. Warum nicht wieder Pressekonferenzen, richtige Siegerehrungen auf dem Podium, warum nicht wieder einen Truck im Fahrerlager, so wie es das alles schon einmal gab? Könnte man sich frei im Lager bewegen, so wäre dies einfach traumhaft. Das Gameplay ist gut, sollte für NextGen aber doch noch verbessert werden. Zudem sollte es wieder Motorschäden geben und andere Dinge, die sich nicht beeinflussen lassen. Auch das Fahrer der Teams während der Karriere zu anderen Teams wechseln könnten wäre interessant. Dies wurde das Ganze realistischer machen. Auch gegen das Speichern von Wiederholungen ist eigentlich nichts einzuwenden. Das sind alles Punkte, die nicht zu aufwändig sind und dieses Spiel deutlich besser machen könnten. Also Codemasters, geht auf die Wünsche der Community ein und zeigt es nächstes Jahr den Kritikern!

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Fazit

Zu allen negativen bzw. fehlenden Punkten habe ich jetzt ausführlich Stellung genommen. Demnach möchte ich noch einmal das Gute herausstellen: Viele Spielmodi, ein tolles Gameplay, eine gute Grafik und ein angemessener Sound. Das dynamische Wetter-System überzeugt weiterhin, die KI fährt realistischer und der Online-Modus funktioniert ohne Probleme. Alle offiziellen Fahrer, Regeln und Strecken sind zudem ins Spiel integriert. Das Problem ist: genau diese Punkte hätte ich zum Vorgänger auch schreiben können. Um es kurz zu machen: keine Veränderung in den Spielmodi, Gameplay-technisch hat sich nicht verbessert und die Atmosphäre ist durch fehlende Emotionen getrübt. Insgesamt hätte man das Spiel – so hart es klingt – auch als Legacy-Edition vermarkten können. Trotzdem ist es für Neueinsteiger ein sehr gutes Rennspiel und so werde ich es auch bewerten. Fans der Reihe hingegen werden enttäuscht und sollten sich den Kauf zweimal überlegen. Mit dieser Version steigt aber auch der Anspruch an F1 2015 im kommenden Frühjahr für die NextGen Konsolen und in diese setze ich große Hoffnungen.

DEINE SPIELBEWERTUNG

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