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Lara Croft und der Tempel des Osiris für PS 4

Lara Croft gehört zu den wenigen weiblichen Helden der Konsolenspiele. Wenn im Dezember ihr aktuelles Abenteuer „Lara Croft und der Tempel des Osiris“ für die PlayStation veröffentlich wird, dürfte sie abermals unter Beweis stellen, dass sie und die hinter ihr stehende Softwareschmiede nicht grundlos derart beliebt sind. Das Game erweist sich als packende Action, die alleine oder mit Freunden genossen werden kann.

Zurück zu den Wurzeln
Nach diversen Abenteuern zieht es Lara Croft zurück zu ihren Anfängen. Sie will endlich wieder einmal Grabungsstätten besuchen und antike Heiligtümer finden. Wo könnte man das wohl besser als in Ägypten? Mit ihrem Begleiter Carter begibt sie sich in das Land der Pharaonen, um den Tempel des Osiris zu erkunden – dort beginnt auch alles Ungemach. Denn Seth, der etwas grimmig dreinschauende Bruder von Osiris, möchte von den Toten auferstehen und seine Macht über die Welt erstrecken. Und tatsächlich, der böse Gott lässt die Neuankömmlinge kurzerhand seine Stärken spüren. So clever Lara und ihr Freund auch sein mögen, diesem Gegner sind sie nicht gewachsen. Aber sie dürfen mit Hilfe aus den Reihen der Gottheiten rechnen. Dank der Unterstützung von Horus und Isis könnte es vielleicht doch gelingen, dem Entflohenen auf die Schliche zu kommen. Schon entwickelt sich eine actionreiche Jagd für bis zu vier Spieler.
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Alleine oder in der Gruppe
Jede der vier genannten Personen ist mit besonderen Kräften ausgestattet. Diese können etwa in einem mutigen Charakter, einem einzigartigen Kampfstil oder einem besonders guten Gedächtnis liegen. Fähigkeiten also, die wir auf unserem Weg zum Ziel dringend benötigen. Denn Seth nutzt alle Mittel, um uns zu beseitigen. „Lara Croft und der Tempel des Osiris“ kann daher den größten Spaß entfachen, wenn sich tatsächlich vier Freunde zusammenfinden und sich dem endlosen Vergnügen des Spiels hingeben. Doch auch für Personen, die sich lieber alleine in Szene setzen wollen, wird sich hier das passende Abenteuer finden lassen. Dann nämlich fungieren Carter, Isis und Horus lediglich als weitgehend stille Ratgeber im Hintergrund, die uns zwar manch wertvollen Tipp preisgeben, ansonsten aber auf Zurückhaltung bedacht sind. Dieses Konzept dürfte sich bewähren und jedem Spieler vielfältige Möglichkeiten an die Hand geben. Denn auch wer in der Gruppe beginnt, kann andere Level alleine spielen.

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Mit Kraft und Logik
Das Game knüpft in seiner Spielweise an den Vorgänger „Lara Croft and the Guardians of Light“ an. Abermals kommen wir eher mit Köpfchen als mit dicken Muskeln auf des Rätsels Lösung. Denn Seth hat uns im Tempel eingeschlossen. Er hat allerdings nicht bedacht, dass sich in jedem Gang und in jeder Kammer bestimmte Hilfsmittel befinden, durch deren Verwendung wir Türen öffnen, Fallen schließen oder Hindernisse aus dem Weg räumen können. Das klingt indes einfacher, als es sich letztlich gestaltet. So erlangt Carter – sofern er von der künstlichen Intelligenz gespielt wird – zwar immer wieder brauchbare Einfälle. Die Hauptlast der Arbeit fällt aber Lara zu. Sie muss schauen, mit welchen Gegenständen und Werkzeugen sich manch öffnender oder schließender Mechanismus bedienen lässt. Hier ist die Fähigkeit des Herumtüftelns gefragt – gerade in den höheren Leveln verkommen die Denksportaufgaben auch zu wirklich schwer zu knackenden Nüssen, die einiges an Geduld erfordern.

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Das Rätsel des Kontrollers
Bei aller Spannung ergibt sich aber schnell ein weiteres Mysterium – das zudem wohl eher ungewollter Natur ist. Nicht immer lässt sich zweifelsfrei identifizieren, welche Knöpfe des Kontrollers denn nun eigentlich bedient werden müssen. Das Erfordernis verändert sich mit den Aufgaben: Stehen Kämpfe an, müssen Rätsel gelöst werden oder wollen wir Werkzeuge benutzen, so funktioniert die Tastenbelegung unterschiedlich. Wer beim Tutorial zum Beginn des Spiels nicht aufgepasst hat, wird später im Game immer wieder die falschen Knöpfe betätigen – und somit dem Ziel natürlich nicht näherkommen. Hat man dagegen die Steuerung erst einmal vollends begriffen, so kann man sich aus jeder Situation intuitiv befreien. Denn auf das mitunter schnell wechselnde Geschehen muss ebenso rasant reagiert werden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich Fallen, Türen oder Wege binnen Augenblicken öffnen und verschließen. Wer in die Freiheit möchte, muss flink sein.

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Gemeinsam – und doch gegeneinander
„Lara Croft und der Tempel des Osiris“ soll möglichst vier Mitspieler vereinen. Doch sie stehen auch in direkter Konkurrenz zueinander. So lassen sich in den zahllosen Tempeln, die sich unterhalb des ägyptischen Wüstensandes erstrecken, auch Edelsteine, Goldschätze und antike Reliquien finden. Für die geborene Archäologin, die die Hauptdarstellerin ja nun einmal ist, ergibt sich damit natürlich das ideale Umfeld. Mehr noch, die gefundenen Güter können die Stärken der Mitspieler positiv beeinflussen. Wer also besonders viele Diamanten auf sich vereint, wird kräftiger als seine Kollegen sein. Dieses Konzept ist relativ neu und wird vom Spieleentwickler Crystal Dynamics als „Coopetition“ bezeichnet. Gemeint ist das gemeinsame, aber doch gegenseitige Agieren. Besondere Missgunst kommt natürlich auf, wenn einer der Mitstreiter einen seltenen oder gar einmaligen Totenschädel, eine rare Papyrusrolle oder Ähnliches findet. Denn bestimmte Eigenschaften können lediglich an einen Spieler alleine vergeben werden.

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Fluch und Segen der Kollegen
Es stellen sich aber noch weitere Änderungen ein, wenn zu viert statt alleine gespielt wird. Der Schwierigkeitsgrad der Herausforderungen passt sich dynamisch der Zahl der Akteure an. Treten wir in geschlossenem Quartett an, so erhöht sich automatisch die Menge der Gegner, die wir besiegen müssen. Ebenso gestalten sich die Rätsel größer und schwieriger. Nehmen wir uns dagegen ein Level alleine vor, so wirkt jede der genannten Aufgaben einfacher. Es lohnt sich daher, hin und wieder auch taktisch zu denken und sich zu fragen, mit welcher Zahl an Mitspielern die Chancen besonders hoch sind, eine Herausforderung zu meistern. So kann es in manch engen Gängen der Tempel nahezu unmöglich sein, die Übermacht der Gegner zu beherrschen, wenn man zu vier kämpft – wer sich dagegen alleine durch die gleichen Wege mogelt, dürfte die Aufgabe und die Menge der auf ihn einschlagenden Untoten vielleicht als etwas zu gering erachten.

Erinnerungen werden wach
Als vor einigen Jahren der erste Teil der Lara-Croft-Serie für die PlayStation veröffentlich wurde, kamen einige jener Elemente zur Anwendung, die auch jetzt erneut bewundert werden können. So begeben wir uns abermals in das Umfeld wandelnder Mumien und zubeißender Skarabäen. Im Tempel wimmelt es nur so von mannsgroßen Insekten und lebenden Toten. Zu allem Überfluss wurde die Beleuchtung eher spärlich gewählt. Ohne Fackeln und Lampen wäre hier kein Durchkommen. Die gesamte Stimmung fokussiert den Spieler dennoch auf sein Ziel. Es macht Spaß, sich in dem unwirtlichen, gleichzeitig aber auch reizvollen Ambiente des Tempels den anstehenden Aufgaben zu widmen. Das liegt vor allem an der starken Grafik, die hierfür verwendet wurde. Aus wechselnden Perspektiven kommen wir unseren Protagonisten näher, blicken wir auf das Schlachtfeld oder wird uns die Schwierigkeit des vor uns liegenden Weges offenbart. Das ist weniger Spiel, dafür aber umso mehr ganz großes Kino. Das verwundert allerdings nicht, galt doch Lara Croft auch in den Vorjahren bereits als Trendsetterin für neue Games.

Das Fazit: Ob alleine oder mit Freunden – das Spiel ist ein Genuss
Sicherlich können wir selbst einige Veränderungen an dem Game vornehmen. Die Einflüsse, die sich alleine aus der Zahl der Spieler ergeben, sind beinahe grenzenlos. „Lara Croft und der Tempel des Osiris“ erweist sich aber stets als spannendes Spiel mit gehörigem Suchtpotenzial. Die abwechslungsreichen Aufgaben, die gesamte Szenerie, die erbittert kämpfenden Gegner oder natürlich das Eindringen in die heilige Welt der Götter – Lara Croft setzt wieder einmal Maßstäbe und es bereitet sehr viel Spaß, sie dabei zu begleiten.

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