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Call of Duty: Advanced Warfare für PS 4

CALL OF DUTY ADVANCED WARFARE

Call of Duty gilt mittlerweile als Inbegriff des Kriegs- und Strategiespiels. Mit dem neuen Teil der Serie will man somit ein nie erlebtes Level erreichen – „Advanced Warfare“ bleibt jedoch einige Versprechungen schuldig und präsentiert sich lediglich als solider Ego-Shooter, der sehr viel Potenzial vergeudet.

Der Terrorismus greift die Welt an
Für das neue Call of Duty haben die Entwickler die Zeit ein wenig vorgespult. Wir befinden uns im Jahr 2054. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu terroristischen Angriffen. Was nun geschieht, ist aber anders: Zeitgleich detonieren auf allen fünf Kontinenten in sämtlichen zivilisierten Ländern die vorhandenen Atomwaffen. Die Terrorvereinigung KVA, die diesen Angriff leitet, hat mal eben die gesamte Infrastruktur lahmgelegt und einen großen Teil der Weltbevölkerung getötet. Wer übrig bleibt, schließt sich in privaten Armeen zusammen, um den endgültigen Untergang zu verhindern. So auch unser Protagonist, ein ehemaliger US-Marine, der in die Atlas Corporation eintritt. Doch deren Leiter Jonathan Irons – genial dargestellt von Schauspieler Kevin Spacey – will nicht alleine den Kampf gewinnen. Er strebt danach, die Aufgaben der mittlerweile besiegten Vereinigten Staaten zu übernehmen und die Demokratie in die Welt hinauszutragen. Aber ist es wirklich das, wofür wir zu kämpfen angetreten sind?

call of duty advanced warfare

Im Genre nichts Neues
So infiltrieren wir also wieder Bunker, nehmen Raketenstützpunkte ein oder sammeln strategisch wichtige Unterlagen. Herausforderungen also, die alle Fans der Spielreihe bereits kennen. „Call of Duty: Advanced Warfare“ bietet insgesamt wenig Innovatives. Das Spiel besitzt nahezu nichts, was nicht bereits zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den Irakkämpfen in irgendeinem Ego-Shooter dargestellt wurde. Die Softwareschmiede Sledgehammer Games, die das Kriegsgemetzel im Auftrag von Activision erschaffen hat, zeigt sich wenig kreativ – und schon gar nicht mutig. Sicherlich gestaltet es sich nicht sonderlich leicht, ein Zukunftsszenario zu entwickeln, das mit unserem heutigen Leben wenig zu tun hat. Dennoch hätte die Fantasie keine Mühen haben dürfen, neuartige Waffen zu erfinden oder die anstehenden Herausforderungen etwas einfallsreicher zu gestalten. Wir befinden uns also im gleichen alten Trott, den wir aus sämtlichen vorherigen Spielen der „Call of Duty“-Serie bereits kennen – und die in den vergangenen Jahren leider erheblich an Qualität verloren haben.

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Kurze Eingewöhnungszeit bei den Waffen
Etwas überraschende Blicke zeigen sich aber, wenn wir erstmals das Waffenlager betreten. Tatsächlich: Hier scheint es Neues zu geben. Doch die Euphorie hält nur wenige Minuten an. Erschrocken stellen wir fest, dass sich zwischen dem ersten Call of Duty Anfang der 1940er Jahre und dem jetzigen Advanced Warfare im Jahre 2054 in der Entwicklung der Schießeisen nur wenig getan hat. Sicherlich, wir können nun auf Displays schauen und damit die Zielgenauigkeit erhöhen. Viele Munitionsvorräte sind größer gestaltet, die Gewehre können leistungsfähiger und somit länger agieren. Aber wirklich neu ist auch das nicht. Eine Granate bleibt eine Granate, eine Pistole eine Pistole und ein Panzer bleibt ein Panzer. Auch hier hat man die große Chance verpasst, die Innovationen der computerbasierten Geschütze ins Game einzubeziehen und somit ein gänzlich unbekanntes Szenario zu erschaffen. Man setzt auf Altbekanntes, das allerdings wenig Überraschung bietet und somit auch einige Ernüchterung auslöst.

Mit großem Sprung zum Sieg
Und doch, die Serie hält etwas bereit, was viele von uns noch nicht kennen. So wurde der Boost-Sprung eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Art Gummikissen unter den Stiefeln des Soldaten, mit denen er gewaltige Sprünge hinlegen kann. Damit entkommen wir den in Überzahl kämpfenden Gegnern – oder können auch gezielt eigene Angriffe einleiten. Ebenso müssen wir enge Landstrecken nicht zu Fuß durchqueren, sondern können springend eine Abkürzung über Gewässer oder Bergpässe wählen. Mit diesen Boostern steht uns tatsächlich eine Möglichkeit offen, das Spiel dynamischer zu gestalten, die Spannung und den Spaß zu erhöhen sowie ein neues Gefühl der Action zu erleben. Denn nichts ist so erheiternd wie die Flucht nach oben, nur um von dort aus wahre Gewehrsalven auf unsere verdutzten Widersacher regnen zu lassen. Allerdings bedarf es dafür etwas Übung. Wie bereits bei den Waffen, so gestaltet sich die Bedienung des Boosters mit dem Kontroller der PlayStation zumindest für Neueinsteiger nicht ganz einfach.

Wir sind nicht alleine
„Call of Duty: Advanced Warfare” bietet darüber hinaus zwei unterschiedliche Spielmodi. So können wir einerseits alleine gegen die terroristischen Unterdrücker ins Feld ziehen und dabei lediglich den hin und wieder erteilten Befehlen unserer Vorgesetzten folgen. Andererseits steht uns aber auch die Option offen, mit mehreren Freunden eine Armee zu gründen und somit in geballter Stärke aufzutreten. In diesem Modus erfolgt eine Angleichung der Spieler: Die unterschiedlichen Eigenschaften und Stärken, die jeweils gewählten Waffen und Ausrüstungsgegenstände sowie die sonstigen persönlichen Fähigkeiten – alles, was die Soldaten auszeichnet, wird analog auf einem Level eingetaktet. Damit soll gewährleistet sein, dass eine kämpfende Einheit nicht von ein oder zwei Profis abhängig ist, ebenso wenig aber die Schwächen der anderen Mitstreiter ausgleichen muss. Die Truppe agiert auf einem – und zwar dem gleichen – Level. Das wirkt anfangs etwas ungewohnt, macht aber wirklich Spaß.

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Seltene Gegenstände als Ziel der Mission
Noch ein weiterer Aspekt wurde in das neue Call of Duty integriert. Wir können nun bestimmte Waffensysteme, wichtiges Zubehör, Ausrüstungsgegenstände sowie Verbandsmaterial am Ende eines jeden Kapitels erhalten, wenn wir dafür gewisse Aufgaben lösen. Diese liegen vorrangig in der Hauptmission. Je mehr Gegner wir aber ins Jenseits befördern, je seltener wir getroffen werden und je weniger Zeit wir benötigen – alle diese Kriterien befinden darüber, welche der sogenannten Supply Drops wir letztlich freischalten. Um es vorab zu sagen: Die besten Sets stehen lediglich solchen Spielern offen, die das Game in- und auswendig kennen und ein Level ohne feindlichen Beschuss überstehen. Es ist wirklich keine Leichtigkeit, mehr als das Anfängerzubehör zu erhalten. Sicherlich, auch darin befinden sich brauchbare Dinge. Aber die seltenen Waffen, die hervorragenden Schutzwesten und die einzigartigen Sichtgeräte stehen dagegen ausnahmslos den absoluten Profis zur Verfügung. Oder solchen Leuten, die ein Level immer und immer wieder durchspielen, in der Hoffnung auf den großen Gewinn.

Das Spiel in kompakter Übersicht
Insgesamt hat sich beim neuen Call of Duty eher wenig Nennenswertes getan. Das Game wirkt dank des neuen Soundsystems etwas packender, kann aber bereits bei der Grafik die Vorschusslorbeeren nicht mehr rechtfertigen. Der Blick auf das Schlachtfeld bleibt gleich. Zudem gibt es unerwartet lange Wartezeiten – gerade dann, wenn im Mehrspielermodus die Eigenschaften aller Soldaten synchronisiert werden und sich über mehrere Minuten hinweg nichts tut. Viele Level sind simpel aufgebaut, die Gebäude, Bunker, Gänge und Anlagen wirken nicht sehr komplex. Allerdings steht demgegenüber auch eine neue und deutliche größere Landkarte zur Verfügung: Wir können Grenzen übertreten, uns selbst aussuchen, wo wir in den Kampf ziehen und damit auch taktisch bestimmte Herausforderungen umgehen. Das Spiel steht nicht auf der Endstufe des momentan Machbaren – so markiert es aber doch einen Zwischenschritt auf dem Weg zum nächsten Ziel, bei dem uns vielleicht wirklich etwas Neues in puncto Grafik, Sound und Handlung dargeboten wird.

Das Fazit: Altbewährtes in neuem Format
„Call of Duty: Advanced Warfare“ stellt trotz einiger Veränderungen nichts Überraschendes dar. Dennoch richtet sich das Game an alle Fans der Reihe, die das zuweilen eintönige Beschießen der Gegner mögen. Das gewählte Zukunftsszenario wirkt etwas utopisch, bringt dank des großartig agierenden Kevin Spacey aber auch sehr viel Würze in das Spiel. Denn natürlich bekämpfen wir nicht nur die Terroristen – sondern auch die Feinde in den eigenen Reihen. Das zwar nicht mit innovativen Mitteln, aber doch mit bewährten Waffen und Methoden. Für lange Spieleabende alleine oder mit Freunden wird Advanced Warfare somit viel Spannung bereithalten. Alle anderen Anwender warten dagegen auf den nächsten Teil der Serie.

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