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Alien: Isolation

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Das Spiel „Alien: Isolation“ hat für Spieler der PS4 einen Auftrag: Sie sollen „Colonial Marines“ vergessen, das Spiel, welche Gamefans so stark enttäuscht hat. Doch auch „Isolation“ wird wohl den Weg zur absoluten Horror-Game-Spitze nicht finden. Lesen Sie hier, worum es in dem Spiel geht und welches Fazit Tester bislang gezogen haben.

Worum geht’s?
„Alien Isolation“ ist eine Mischung aus Survival und Horror, wobei die gesamte Spielwelt ihre Anlehnung in den Alien-Filmen findet. Der Spieler wird hier zur Hauptfigur Amanda Ripley, die ihre Mutter Ellen sucht. Ein feindlicher Außerirdischer und die in Panik stehende Bevölkerung machen ihr das Überleben schwer. Die Spieler müssen sich in Computernetzwerke einhacken und diverse Gegenstände bauen. Der Feind wird auf Umwegen überwunden oder direkt Auge in Auge bekämpft.
Amanda ist fast für die gesamte Spieldauer auf sich allein gestellt, sie wird gleich zu Beginn des Games von ihrer Crew getrennt. Der Spieler muss daher versuchen, Amanda allein aus der Misere zu führen. Mit dem Standardprogramm – Gegenstände und Medikamente finden, Beweise für eine etwas wirre Verschwörungstheorie sammeln, Stationssysteme verändern oder aktivieren – schlägt sich Amanda durch das Spiel. Interessanter wird es, als ein Hilfsandroide reaktiviert wird. Doch das gesamte Programm spielt eigentlich gar keine so große Rolle, denn eigentlich geht es nur darum, vor dem Alien zu flüchten und die eigene Angst zu besiegen.

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Gefährliche Versteckspiele
In „Alien: Isolation“ begegnet Amanda immer wieder der tödlichen Lebensform, die aus jeder Ecke und aus sämtlichen Lüftungsschächten plötzlich auftauchen kann. Verschiedene Mittel helfen im Kampf gegen den Außerirdischen. Doch um sich selbst zu schützen, muss Amanda vor allem eines gut können – schleichen. Sie muss sich idealerweise klein machen und verstecken können, doch auch Anschleichen und das damit verbundene Ausnutzen des Überraschungseffekts sind wichtige Taktiken. In gefährlichen Momenten sind Schränke wichtige Hilfsmittel, denn sie dienen hervorragend als Versteck. Auch Tische oder einfach nur die Schatten der Gegenstände sind hier sehr hilfreich und sollten unbedingt genutzt werden. Der Feind kündigt sich durch den Bewegungsmelder an, der ständig piepst und ein wenig nostalgisch daherkommt. Er zeigt aber die Richtung an, aus der der Feind kommt und kann ungefähre Aussagen zur Entfernung machen. So bleibt meist noch genügend Zeit, sich ein Versteck zu suchen. Amanda kann dann ebenfalls die Lüftungsschächte nutzen und sich hier verstecken. Oder die Schächte werden zur Flucht genutzt. Zudem kann mir ihrer Hilfe ein bereits abgeriegelter Bereich umgangen werden. Eine Anmerkung: Dort befindet sich nie der Alien! Das ist zwar unlogisch, jedoch hilfreich zu wissen. Allerdings scheint der Außerirdische manchmal etwas orientierungslos zu sein und nicht so recht zu wissen, wo er eigentlich hin soll. Er kann zwar sehr gut hören und findet Amanda auch aus größerer Entfernung zuverlässig. Jedoch sieht er sie nicht, selbst wenn er dicht vor ihr steht. Das bedeutet aber nicht, dass das Spiel einfach ist! Der Schwierigkeitsgrad ist sogar sehr hoch angelegt.
Zum Speichern Ihres Spielstands gehen Sie an Speicherstationen und speichern manuell – Checkpoints wie in anderen Spielen gibt es hier nicht. Die Spannung bleibt damit auf höchstem Niveau erhalten, ganz so, wie die Entwickler dies wollten. Allerdings kann es sehr frustrierend sein, wenn ganze Teilabschnitte noch einmal durchgespielt werden müssen.

Improvisation ist alles
Im Gegensatz zu vielen anderen dieses Genres ist Amanda weitaus weniger hilflos. Sie kennt sich mit der Technik aus und weiß etwas mit all den Dingen, die sie in den Kisten und bei Leichen findet, anzufangen. Daher bekommt sie eine immer größer werdende Anzahl an Hilfsmitteln zusammen. Erst stand dort ein Crafting-Menü – später werden daraus Rauchbomben, Granaten verschiedener Art und Gadgets, mit denen sich Geräusche orten oder vertuschen lassen. Sicher ist Amanda aber dennoch nie, denn der Alien wird immer nur für kurze Zeit verjagt. Doch wer es als Spieler einmal probiert, ohne diese Hilfsmittel auszukommen, wir überrascht sein – es geht auch ohne! Leider stellt sich dadurch die Frage, ob die Gadgets überhaupt eine Daseinsberechtigung haben oder nicht einfach nur nette Spielereien sind. Die kreative Freiheit von „Alien: Isolation“ ist daher nicht unbedingt sehr groß und schon gar nicht vergleichbar mit anderen Spielen dieses Genres. Hilfreich sind lediglich ein paar der Stationsfunktionen, die aber nur Konsolen funktionieren. So können bei der PS4 beispielsweise Ventilatoren gestartet werden – die ihren Strom wiederum von einer Kamera erhalten, die Amanda selbst baut. Möglich ist es auch, Räume in Rauch zu hüllen und so die Sicht einzuschränken oder den Alien in die Irre zu führen.

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Andere Feinde im Spiel
Nicht nur der Alien ist der große Feind in „Isolation“, auch einige andere Widersacher sind vorhanden und wollen Amanda ins Jenseits befördern. Es gibt zum Beispiel Androiden, die ein wenig irre vor sich hinplappern und Amanda am liebsten den Schädel einschlagen wollen. Dann gibt es verschiedene Gruppierungen, die einfach wild drauflos schießen, weil sie durch ihre Geldgier korrumpiert wurden. Hier kann Amanda wirklich Hilfe gebrauchen. Sie greift erst einmal mit aller Gewalt durch und setzt ihre Waffen ein, denn das sofortige Töten von hinten funktioniert nur bedingt. Bis kurz vor dem Ende hat Amanda aber nur einen Revolver, der mehr als dürftig ist und als Waffe im Kampf gegen die Feinde nicht zwingend taugt. Um die Feinde zu besiegen, muss ein Molotowcocktail her, doch die sind rar gesät in diesem Spiel. Amanda muss ihre Widersacher daher am besten umgehen oder flüchtet einfach. Die menschlichen Feinde verlieren jedoch schnell die Spur und erweisen sich als nicht allzu hartnäckig.

Kämpfen mit Stil
Doch auch wenn das Spiel viele Mängel zeigt – Stil hat es sicher. Hier zeigt sich das Vorbild des Films überdeutlich in den Variationen des Lichts. Es wird mit Lichteffekten gespielt, wozu die Uralt-Monitore, die scheinbar aus den 1970er Jahren stammen, enorm beitragen. Die Ladebildschirme zeigen Situationen und Momentaufnahmen, die aus den alten Alien-Filmen stammen. In den ruhigen Momenten gibt es einen ruhigen Score, der einfach nur fantastisch ist. Daraus ergibt sich ein Horrorspiel, welches durchaus das Zeug zum Kult hat – wenn auch nicht einen so großen Hype erregen wird, wie manch anderes Game dieses Genres. Hier wird nicht mit dem offensichtlichen Horror gespielt, sondern es geht viel subtiler zu. Gelegentliche Panik ist deutlich wirkungsvoller als der Horror, der dauerhaft auf den Spieler einstürzt.

Fazit
Die Optik ist bei „Alien Isolation“ einfach klasse, auch beim Sound haben die Entwickler alles richtig gemacht. Die Atmosphäre ist dicht und stimmig. Allerdings gibt es auch einige Mankos. So fehlen die wahren Schockmomente, die ein solches Spiel zu einem Hit werden lassen. Auch die Panik ist nicht allgegenwärtig, der Alien ist nicht unbedingt der schlaueste Vertreter seiner Art. Das Spiel ist eher ein gruseliger Schleicher als ein Horrorschocker. Die Filmvorlage wird perfekt dargestellt, mit all ihren Stärken – aber eben auch mit den Schwächen eines Videospiels.
Hier noch einmal die Pluspunkte des Spiels:

– Perfektes Design
– Toller Sound
– Ausgeklügelte Versteckspiele
– Sehr gute Partikeleffekte

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Negativ zu bemerken ist:

– Die Ladezeiten sind sehr lang.
– Viele Missionen wiederholen sich immer wieder.
– Das Speichersystem ist nicht ausgeklügelt.
– Die Steuerung reagiert nicht sehr fein.
– Alien und Mensch schwächeln an vielen Stellen.

Alles in allem ergibt sich damit ein nettes Spiel für alle, die auf Horrorspiele stehen, ohne einen allzu großen Anspruch zu erwarten. Es gibt einige Verbesserungsmöglichkeiten, jedoch bietet „Alien Isolation“ bereits sehr gute Ansätze.

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